Ohnsorg-Theater

Das Hamburger Ohnsorg-Theater widmet sich der Erhaltung der niederdeutschen Sprachkultur. Aufgeführt werden hauptsächlich plattdeutsche Stücke, wobei es sich auch um Übersetzungen aus dem Norwegischen, Niederländischen oder Englischen handeln kann.

Hintergrund

Seinen heutigen Namen erhielt das Theater zu Ehren seines Begründers Dr. Richard Ohnsorg, der ihm 1902 den Namen "Dramatische Gesellschaft Hamburg" gab. Es dauerte über 30 Jahre, bis das Verständnis der Bevölkerung für die niederdeutsche Sprache wuchs. Während der Zeit des Nationalsozialismus gelang es dem Ohnsorg-Theater, in das ehemalige Kleine Lustspielhaus in den Großen Bleichen einzuziehen. Unter dieser Anschrift findet man es noch heute. Nach zweimaliger Umbenennung erhielt das Theater im Jahr 1946 seinen aktuellen Namen.

Träger ist die Freie und Hansestadt Hamburg, die das Theater auch subventioniert. In den 90er Jahren steckte das Theater in einer kurzzeitigen Krise, deren Ursache in der "Revolutionierung" zu suchen war. Der damalige Intendant Bayer wollte ein Repertoire-Theater mit Kinderchor und Jugendtheatergruppe aufbauen, um für die Förderung des Nachwuchses zu sorgen. Doch diese Veränderungen wurden vom Publikum nicht anerkannt. Seit 1996 leitet Christian Seeler das Theater.

Wer die Fernsehübertragungen der Theaterstücke kennt, wundert sich sicher, dass es sich um ein Niederdeutsches Theater handeln soll, denn es wird gar nicht auf Plattdeutsch gesprochen. Dennoch handelt es sich um eine stark eingefärbte Form des Norddeutschen, welche sich Missingsch nennt. Grund für diesen Slang ist, dass Niederdeutsch in vielen Landesteilen nicht verstanden werden würde. Andererseits würden Übersetzungen in reines Hochdeutsch den originalen Charakter der Rollen verfälschen.

Zu den wohl bekanntesten Schauspielern des Ohnsorg-Theaters gehören Heidi Kabel, Henry Vahl, Otto Lüthje. Die meisten Theater-Darsteller erhielten außerdem Rollen in Kino- oder Fernsehfilmen. Viele Fernsehstücke gibt es zwischenzeitlich auch als Video oder DVD, unter anderem "Die Deern ist richtig", "All mien Kinner" oder "Ein Matjes singt nicht mehr". Auf dem Terminplan für Januar 2011 steht die Komödie "Keerls dör un dör".